Das Onlinetool zur Rationsberechnung beim Pferd                            
ab Herbst 2018 im Netz unter www.opti-ration.de

OPTI-RATION rechnet auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse

Grundlage hierfür ist die Veröffentlichung der GfE "Empfehlung zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden" sowie diverse weitere Studien, Doktorarbeiten und Veröffentlichungen. Das bedeutet:

Metabolische Energie statt verdaulicher Energie

Bisher erfolgten Rationsberechnungen auf Basis der verdaulichen Energie. Um diese zu ermitteln, analysierte man den Energiegehalt des Futters und den abgesetzten Pferdekot. Durch die Differenz ergab sich dann die Verdaulichkeit.

Nun gibt das Pferd jedoch auch über den Harn und über Methangas (ja, Pferde pupsen!) Energie ab. Die darüber abgegebene Menge ist abhängig vom Gehalt an Rohprotein und Rohfaser der Ration.

Umfangreiche Forschungsarbeiten im Bereich der Pferdeernährung machen es nun möglich, die Energieverluste durch Harn und Methan zu bestimmen, und die ME - also die wirklich umsetzbare Energie -  aus der DE zu berechnen.

Deswegen ist die neue Richtgröße zur Ermittlung des Energiebedarfes die "Metabolische", also die umsetzbare Energie (ME)

Praecaecal verdauliches Eiweiß statt verdauliches Eiweiß

Pferde verdauen den größten Teil des Proteins im Dünndarm. Insbesondere die essentiellen Aminosäuren werden nur dort verdaut. Lediglich die schwer verdaulichen Aminosäuren, also die fasergebundenen und damit nicht löslichen, werden im Dickdarm durch Mikroben verdaut. Diese scheiden jedoch selbst auch Eiweiß aus und stellen somit eine unbekannte Größe der Ausscheidungen dar, die die Berechnung der Verdaulichkeit ungenau machte.

 

Je höher der Anteil an schwer verdaulichen Aminosäuren im Futter ist, desto geringer ist dessen Qualität. Denn was nützt eine "hoher" Wert für Rohprotein, wenn davon nur ein geringer Teil praecaecal (das heißt für das Pferd essentiell und leicht im Dünndarm) verdaulich ist.

In der Rationsberechnung wird deshalb die Proteinbewertung nicht mehr auf Basis von Rohprotein (XP) oder verdaulichem Rohprotein (DXP) vorgenommen, sondern es wird die praecaecale Verdaulichkeit berücksichtigt.

Metabolische Körpergröße statt Lebendmasse

Der Bedarf eines Pferdes an Nährstoffen, Mengenelementen, Spurenelemente und Vitaminen steigt nicht linear mit der Lebendmasse an. Ein Pferd von 600 kg Lebendgewicht benötigt nämlich nicht die doppelte Menge z.B. an Kalzium wie ein Pferd mit 300 kg Lebendgewicht, sondern weniger.

Deshalb folgt OPTI-RATION der Empfehlung der GfE (AfBN), mit dem sogenannten metabolischen Körpergewicht (Lebendgewicht mit Exponent 0,75) zu rechnen.

Das bedeutet: Ein Pferd mit 600 kg Lebendmasse hat eine metabolische Körpermasse von 121,23 kg.

Auf dieser Grundlage erfolgt die Bedarfsberechnung für das Pferd.


 


Weidegrasaufnahme

Wer weiß schon so genau, wieviel Weidegras sein Pferd aufnimmt?

  • Studien der North Carolina University zeigen, wie sich die stündliche Weidegrasaufnahme in Abhängigkeit von der Dauer des täglichen Weideganges verändert. OPTI-RATION hat daraus ein Rechenmodell entwickelt, wieviel Gras ein Pferd in Abhängigkeit von seinem Gewicht aufnimmt, wenn es eine bestimmte Anzahl an Stunden auf der Weide steht. Dies gilt für normal bis üppig gewachsene Weiden. Ist die Weide abgefressen, berücksichtig die Berechnung nur die zusätzliche Bewegung auf der Weide.
  • Die Nährwerte des Aufwuchses verändern sich im Saisonverlauf. OPTI-RATION differenziert je nach eingegebenem Tagesdatum vier unterschiedliche Weideperioden vom frühen Frühjahr bis zum späten Sommer.

 

 

 

 

Gewichtsermittlung

Wenn Sie das Gewicht Ihres Pferdes nicht kennen, oder die letzte Wiegung zu lange her ist, dann müssen Sie Ihr Pferd vermessen, um das Gewicht möglichst genau berechnen zu lassen.

Die "alte" Formel, nach der nur durch die Messung von Körperlänge und Brustumfang ein Wert errechnet wurde, wird den Gewichtsunterschieden in Abhängigkeit von Alter, Rasse, Trainings- und Ernährungszustand nicht gerecht, deshalb werden bei OPTI-RATION nach Kienzle und Schramme (2004) deutlich mehr Werte abgefragt, die eine deutlich genauere Gewichtsberechnung auch für Jungpferde und für tragende Stuten ermöglichen.

Außerdem errechnet das Programm anschließend das geschätzte Endgewicht im Erwachsenenalter, bei tragenden Stuten zusätzlich das Gewicht der güsten Stute, sowie das erwartete Geburtsgewicht des Fohlens.

Machen Sie sich die Mühe, Ihr Pferd mit dem Bandmaß zu vermessen, wenn Sie das genaue Gewicht nicht kennen. Schätzungen sind häufig sehr ungenau! OPTI-RATION gibt Ihnen detaillierte Hinweise, wie die Messung erfolgen muss. 

 

 

Milchleistung - wichtig für die Rationsberechnung von laktierenden Stuten und Saugfohlen

Das Fohlen ist geboren, das Züchterglück perfekt! Nun gilt es, Mutterstute und Nachwuchs optimal zu versorgen.

Nur wer weiß, wieviel Milch in welcher Zusammensetzung die Stute im Ablauf der Laktation gibt, kann den Bedarf der Mutterstute und den Bedarf an Zufütterung des Fohlens genau berechnen.

OPTI-RATION berechnet die Milchleistung der Stute genau. Das Gewicht der Stute ist bekannt, das Alter des Fohlen (=Laktationstag) ebenfalls.

  • Auf Basis der GfE-Berechnungen ermittelt OPTI-RATION den Mehrbedarf der laktierenden Stute tagesgenau.
  • Für die Rationsberechnung eines Saugfohlens schlägt OPTI-RATION die tägliche Milchmenge seitens der Stute vor. So ist der Zusatzbedarf seriös zu berechnen. 
  • Bei mangelhafter Milchleistung oder mutterloser Aufzucht können Sie die Werte selbstverständlich verändern.


Literatur

Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden 2014, Hrsg. Gesellschaft für Ernährungsphysiologie, Frankfurt am Main

ISBN 978-3-7690-0805-0

Pferdefütterung, 5. vollständig überarbeitete Auflage, Hrsg. Helmut Meyer, Manfred Coenen, ISBN 978-3-8304-1095-9

Beurteilung des Ernährungszustandes mittels Body Condition Scores und Gewichtsermittlung (...), Pferdeheilkunde 20, 517-527, E. Kienzle, S. Schramme (2004)